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Reden wir über Südtirol!

Warum gerade Südtirol, werden sich einige Teilnehmer des Seminars gefragt haben, welches am letzten Septemberwochenende in Chemnitz stattfand. Was soll so interessant sein an dem idyllischen Urlaubsgebiet südlich der Alpen? Wo ist der politische Sprengstoff, wo der Aktualitätsbezug? Ist das nicht nur noch ein Randthema?
Allesamt sicher vor dem Seminar berechtigte Fragen, stand das Thema doch eigentlich nur wegen zweierlei Gründen auf der politischen Tagesordnung: Als aller erstes, weil es seit geraumer Zeit von der JN Bayern/Franken in die Öffentlichkeit gerückt wird. So ist man sehr rührig, wenn es darum geht Informationsstände zu organisieren, Aufklärungsmaterial zu vertreiben und im Internet Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Zum anderen feiert der Südtiroler Volksaufstand von 1809 dieses Jahr sein zweihundertjähriges Jubiläum, was unter anderem für Burschenschafter ein Grund war, im Juni in Innsbruck einen Festkommers mit circa zweitausend Teilnehmern abzuhalten. Höhepunkt der Feiern dürfte aber wohl unumstritten der Landesfestumzug der Tirol Schützen im September in Innsbruck gewesen sein. Ein Umzug ganz im Gedenken an Andreas Hofer.

Seminarbeginn: Andreas Hofer und 1809

Andreas Hofer ist, neben Josef Speckbacher und Joachim Haspinger, der Kopf des ersten Südtiroler Volksaufstandes von 1809. Grund für den Aufstand war, daß im Zuge der Napoleonischen Kriege, Südtirol an das neugeschaffene Königreich Bayern fiel. Die Besatzer mißachteten aber die Eigenheiten des Südtiroler Volkes, indem sie zum Beispiel anfingen, im großen Stil Rekruten für die Armee zu verpflichten. Die Südtiroler waren aber schon knapp drei Jahrhunderte gewohnt, kein Militärdienst zu leisten (Sie besaßen in der Habsburger Monarchie diesbezüglich Sonderrechte.), denn sie dienten in sogenannten Schützenkompanien, die in jedem Ort organisiert waren. Als am 09.April 1809 nun Österreich dem bayrischen Verbündeten Frankreich den Krieg erklärte, war dies das Signal zur Erhebung. Der Erfolg des Aufstandes besteht darin, daß in der dritten Bergiselschlacht Frankreich geschlagen wurde, und Andreas Hofer am 15. August in Innsbruck, der Hauptstadt Tirols, einrückte. Die Regierungszeit Hofers währte bis zur vierten Bergiselschlacht am 01. November 1809. Am 20. Februar 1810 wurde Hofer verraten und in Mantua/Südtirol von einem französischen Erschießungskommando füsiliert. Im Zuge des Wiener Kongreßes wurde Tirol, inklusive Welschtirol, wieder an Österreich angegliedert.

Der Standschütze Luis Trenker spielt Josef Speckbacher

Zur Festigung und Veranschaulichung des kennengelernten Stoffes, wurde der Film „Der Rebell“ (1932) geschaut. Der Film gibt einen guten Einblick in die damaligen Verhältnisse. So ist die Hauptperson, gespielt von dem Südtiroler Luis Trenker, an Josef Speckbacher angelehnt. Eigenarten des Aufstandes, wie die Bergfeuer zur Kommunikation über weite Strecken werden dargestellt.

Daß der Hauptdarsteller Luis Trenker selbst, als Standschütze in der Dolomitenfront, aktiv in der Verteidigung der Heimat war, zeigt, wie kontinuierlich dieser Kampf über zweihundert Jahre war. Als Protagonist der Standschützen steht Sepp Innerkofler.

Nachdem sich Italien im Londoner Geheimabkommen vom 26. April 1915 im Falle eines Siegs der Alliierten große Gebietsgewinne sicherte, erklärte es am 23. Mai Österreich-Ungarn den Krieg. Da die kaiserlich und königliche Armee an der Ostfront gebunden war, waren die Südtiroler selbstverantwortlich für ihr Schicksal. Den Standschützen gelang es trotz großer Unterzahl die Front zu halten, und im anschließenden Jahr marschierte die k.u.k.-Armee bis kurz vor Venedig, bevor aber wieder verstärkt Kräfte an die Ostfront abgestellt werden mussten. Dem Südtiroler Landschutz gelingt es bis zum Schluß, die Grenze zu verteidigen. Die einzigen Gebietsgewinne, die Italien in Tirol gelingen, geschehen zwischen dem 04. und 11. November 1918. Die k.u.k.-Armee stimmte einen Waffenstillstand sofort zu, während italienische Einheiten ohne Gegenwehr bis zum Brennerpaß, der im Londoner Geheimvertrag festgeschriebenen Grenze, marschieren. Südtirol ist somit kampflos an Italien verloren gegangen.

Die Seminarteilnehmer konnten sich nun auf einen weiteren Filmbeitrag freuen. Auf dem Plan stand das Werk „Standschütze Bruggler“ von 1936, welcher die Standschützen thematisiert. Die Schützen versuchen das Heimatdorf vor den anrückenden Alpini-Einheiten zu verteidigen. Junge und Alte stehen bei aller Widrigkeit zusammen, und der junge Theologiestudent Toni Bruggler wird zum Helden seiner Kompanie. Ganz so glücklich endete das Leben von Sepp Innerkofler nicht. Am 04. Juli 1915 fiel er in den Dolomiten.

Tirol endgültig geteilt

Was für das Deutsche Reich der Versailler Vertrag war, entsprach bei Österreich dem „Vertrag von Saint-Germain“. Unter allerhand Gebietsabtretungen ist auch der Verlust von Südtirol zu beklagen. Seitdem ist das deutschsprachige Gebiet italienisch besetzt.

Mit Besetzung und dem wachsenden Druck durch die italienischen Faschisten (1920 gab es das erste Todesopfer) beginnt die völkische Verteidigung Südtirols. In „Katakombenschulen“, also Zirkeln, die sich kosnpirativ trafen, wurde das Verbot, in deutscher Sprache zu unterrichten umgangen. In den Zwanzigern beginnt auch die Industrialisierung Südtirols, welche den Grundstein zur Ansiedlung von italienischen Einwanderern legt.

Im Jahr 1939 kommt es zum Hitler-Mussolini-Abkommen, welches den Südtirolern die Wahl läßt ihre Heimat zu behalten und sich Italienisieren zu lassen, vor allem die italienische Nachnamen anzunehmen, oder in das Reichsgebiet zu übersiedeln und den Namen zu behalten. Die Wahl zwischen Heimat- oder Identitätsverlust.

Es entwickelte sich innerhalb der Seminargruppe eine gute Diskussion über Vor- und Nachteile dieses Paktes und die Notwendigkeit eines solchen. Die sachliche Argumentation ließ die Antwort offen, ob man aus damaliger Sicht richtig handelte. Die endgültigen Folgen dieser Entscheidung waren damals jedenfalls kaum abzusehen und eine Bewertung aus heutiger Sicht ist natürlich einfacher.

Nachkriegszeit und 1961

Nach der Niederlage des Deutschen Reiches keimte in Südtirol kurzzeitig die Hoffnung auf Wiedervereinigung, welche aber im Pariser Abkommen vom September 1946 eines jähes Ende fand. Südtirol erhielt einen symbolischen Autonomiestatus, aber die Ansiedlung von Italienern wurde weiter beschleunigt, was zum wachsenden Widerstand unter der deutschen Bevölkerung führte.

Sepp Kerschbaumer war, neben Sepp Innerhofer, einer der führenden Figuren bei der Gründung des BAS, des „Befreiungsausschuß Südtirol“. Die Organisation kämpfte mittels Sprengstoffanschläge gegen die italienische Besatzungsmacht. Der Widerstand gipfelte in der Feuernacht vom 11. zum 12. Juni 1961. Die Aktivisten der BAS sprengten 37 Hochspannungsmasten und legten somit einen Teil der Bozener Industriezone lahm. Zum Teil erstarrte das Metall in den Hochöfen, zum Beispiel in dem Aluminiumwerk von Bozen - Alumix - erbaut 1935. Das Ziel dieses Anschlags war die Weltöffentlichkeit auf das Problem aufmerksam zu machen, dem Besatzer einen erheblichen Sachschaden zuzufügen, aber trotzdem nicht die Gesundheit von Menschen zu gefährden.

Kurz danach nahm sich die UNO dem Problem an und der Weg war fortan frei, bis zu den Autonomierechten von 1972, welche vor allem die Deutsche Sprache in dem besetzten Gebiet schützt und Stellen in der öffentlichen Verwaltung auch für Deutsche zugänglich macht.

Ein weiteres Beispiel für den Südtiroler Widerstand sind die „Pusterer Buben“. Seminarbegleitend wurde eine Reportage des Bayrischen Rundfunks angeschaut, welche teils beeindruckende O-Töne damaliger Beteiligter liefert. Die Selbstsicherheit und Authentizität der Männer sollte vorbildhaft sein. Aber auch für die Jugend schien das Streiten „für's Landl“ eine Selbstverständlichkeit sein.

Bezug zur eigenen Situation

Was können wir aus den Erfahrungen des Südtiroler Widerstands für unsere Situation für Schlüsse ziehen? Kann man Dinge adaptieren? Gibt es Parallelen? Wo sind die Unterschiede?

Als aller erstes steht der Kampf um die Selbstbestimmung im Vordergrund. Die Situation war in Südtirol zwar prekärer, weil es dort nicht nur eine fremde, sondern sogar eine fremdländische Besatzungsmacht gab, welche Probleme eher ans Tageslicht treten ließ. Deutsch zu sprechen verbietet man in Deutschland heutzutage nicht, aber man verbietet die Wahrheit zu sagen. Erstens durch eine angebliche Zivilgesellschaft, die immer darauf schaut, ob das Gesagte politisch korrekt ist und zweitens durch einen Staat, der mißliebige Äußerungen schnell in die Ecke des rechtlich angreifbaren stellt (siehe Thilo Sarrazin).

Was die Südtiroler Kämpfer von 1961 beherrschten war die Schaffung einer Gegenöffentlichkeit. Ob nun durch die Anschläge auf die Strommasten oder Verteilung von Flugzetteln: Sie versuchten auf ihre Misere aufmerksam zu machen. Genauso sollte es unsere Aufgabe sein. Südtirol befand sich, wie ein Südtiroler Widerstandskämpfer bemerkte, Anfang der Fünfziger Jahre auf einem „Todesmarsch“. Die Tiroler reagierten unter anderem mit mehr Kindern. Die Geburtenrate Anfang der Sechziger betrug 3,5 Kinder pro Frau, heute sind es 1,5 und damit immer noch mehr als in Deutschland. Wir befinden uns auf einem Todesmarsch. Das kann man mittlerweile nicht mehr schönreden, das muß man erkennen und man muß an Lösungen arbeiten.

Bemerkenswert ist auch wie die Widerstandskämpfer es schafften die Massen durch Flugblätter anzusprechen. Bei einer Großkundgebung auf Schloß Sigmundskron verteilte Sepp Kerschbaumer mehrere Hundert Flugblätter, die er selber mit einer Matritze vervielfältigte. Die Umstände der Produktion haben sich für uns in gar paradiesische Verhältnisse gewandelt, nur will heutzutage niemand mehr ein Flugblatt lesen. Wo man sich vor zwanzig Jahren noch an einen Fetzen Papier gekrallt hat, stößt man jetzt nur noch auf Desinteresse. Es wird nicht ausbleiben, daß man sich deswegen auch neuen Informationsformen zuwenden wird. Politisch komplizierte Sachverhalte lassen sich zwar in Texthäppchen, wie es zum Beispiel Twitter-Nachrichten sind, nicht vermitteln, aber sie erhalten unter Umständen noch ein paar Leser. In Sachen Kommunikation hilft keine Rückwärtsorientierung. Auch ist die Vernetzung untereinander und die Schaffung und Nutzung unabhängiger Medienportale wichtig. Nirgendwo ist man unangreifbarer.

Sepp Kerschbaumer starb 1964 in der Haft an einem Herzinfarkt. Zwanzigtausend Menschen gaben ihm das letzte Geleit. Auf einem Kranz stand: „Mit ihm sein Land Tirol!“

(Quelle mit Bildern: www.jn-chemnitz.de)

 
 
 

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