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Gedenkveranstaltung SCHREIE IN DER NACHT

MERAN/NEUMARKT - Der Südtiroler Schützenbund veranstaltet am Donnerstag, den 21. Juli 2011 in Erinnerung an die Folterungen der 1960er Jahre eine Gedenkstunde vor den ehemaligen Carabinierikasernen in Meran und Neumarkt.

In Neumarkt findet die Veranstaltung am Rathausring statt, in Meran in der Speckbacherstraße. Beginn ist jeweils um 21.00 Uhr.

Kulturtag 2011

Dabei werden jeweils zwei Folterbriefe und Artikel 5 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verlesen. Mit einer Schweigeminute und dem Entzünden von Gedenkkerzen wird die Veranstaltung enden.

In der Nacht vom 11. auf den 12. Juni 1961, vor genau 50 Jahren, kam es in Südtirol durch den Befreiungsausschuss Südtirol (BAS) zur demonstrativen Sprengung von Strommasten. Dieser Tag ist als "die Feuernacht" in die Geschichte unserer Heimat eingegangen.

Die Gegenreaktion des italienischen Staates ließ aber nicht lange auf sich warten. Was folgen sollte, ist eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte unserer Heimat.

"Die Carabinieri kamen etwas über einen Monat nach der Feuernacht. Es war am Samstag, den 15. Juli. Wir waren beim Arbeiten. Den Hofmann-Jörg hatten sie auch mit dabei, den hatten sie schon vorher abgeholt", erzählte einer der Brüder Franz Höflers.

Franz Höfler und seine drei Brüder wurden festgenommen und je zu zweit in verschiedenen Autos in die Speckbacher-Kaserne nach Meran gebracht.

Die meisten der Festgenommenen wurden den grausamsten Verhörmethoden unterzogen. Sie wurden geschlagen, gedemütigt, psychisch und physisch gefoltert. Die Folterungen erreichten am 21. Juli 1961 ihren Höhepunkt.

Franz Höfler schrieb in einem Brief vom 26. September 1961:

"Bin am Samstag, 15. Juli, nachts verhaftet worden. Musste von Samstag bis Dienstag früh ununterbrochen in Habtachtstellung stehen ohne Essen und Trinken. Am Dienstag wurde ich dann verhört, wo man mir das Unglaublichste vorwarf. Als ich dies alles verneinte, wurde ich dann mit Fußtritten und Fausthieben ins Gesicht überdeckt. Ebenso wurde mir mit dem Gewehrschaft so schwer auf die Zehen geschlagen, dass ich heute noch, nach zwei Monaten, am großen Zehen nicht geheilt bin und ärztlicher Pflege bedarf. Bin dann noch drei bis vier Stunden unter einer Lampe gestanden und habe daraus Schaden gezogen, da ich in den Augen empfindlich bin und jetzt viel weniger sehe. Am Mittwoch wurde ich dann nochmals zu Boden geschlagen und ich war fast bewusstlos. Um diesen Misshandlungen endlich zu entgehen, habe ich dann ein vorgelegtes Protokoll unterschrieben […] Ich glaube, Sie haben eine kleine Vorstellung von der Art der Misshandlungen der Polizei. Diese Art von Behandlung wird sicher keine Früchte bringen und keine Liebe den anderen gegenüber zeitigen."

Die Folterknechte waren auf Franz Höfler besonders wütend. Nachdem er ein ungewöhnlich kräftiger Mann war, mussten gleich mehrere Carabinieri ihren Kollegen zu Hilfe eilen, um den Gefangenen zu überwältigen. Das musste Höfler bitter bezahlen. Von den Misshandlungen in Meran hat Franz Höfler einige Folgeschäden davongetragen. Er berichtete unter anderem auch, dass ihm beide Ohren fast abgerissen worden waren.

Franz Höfler kam dann kurzfristig nach Eppan und dann in die überfüllte Zelle 10 des Bozner Gefängnisses. Am 17. November musste er plötzlich auf Weisung des Gefängnisarztes in den Gefängnistrakt des damaligen Bozner Spitals eingeliefert werden. Lähmungserscheinungen waren aufgetreten. Sein Gesundheitszustand hatte sich rapide verschlechtert. Einige Tage lag Höfler im Krankenzimmer, ohne dass jemand zu ihm vorgelassen wurde. Er starb am Abend des 22. November 1961, alleine, erst 28 Jahre alt.

Kulturtag 2011
Franz Höflers Leichnam im Spital in Bozen.

Die meisten Folterungen fanden zwischen dem 10. und 20. Juli 1961 statt, und zwar unter anderem in Neumarkt und Meran. Einen Höhepunkt fanden sie am 21. Juli in Tramin mit einem öffentlichen Schandauftritt von Hauptmann Vilardo, einem Hauptfolterknecht.

Südtiroler Schützenbund

 
 
 

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